{"id":827,"date":"2018-03-12T00:01:27","date_gmt":"2018-03-12T00:01:27","guid":{"rendered":"http:\/\/dege.elach.uminho.pt\/?p=827"},"modified":"2020-05-07T15:56:33","modified_gmt":"2020-05-07T15:56:33","slug":"deutsch-zusammenfassungen-literatur-ubersetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dege.elach.uminho.pt\/de\/2018\/03\/12\/deutsch-zusammenfassungen-literatur-ubersetzung\/","title":{"rendered":"Zusammenfassungen: Literatur \/ \u00dcbersetzung"},"content":{"rendered":"14.00 <strong>Literatur \/ \u00dcbersetzung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kann man Freiheit \u00fcbersetzen? \u00dcbersetzung als Form der anti-kolonialen Identit\u00e4tsfindung in Anette Hugs <em>Wilhelm Tell in Manila<\/em> (2016)<\/strong><\/p>\n<p>Adriana Costa<\/p>\n<p>Der Roman Wilhelm Tell in Manila (2016) von Anette Hug f\u00fchrt uns in die Welt des philippinischen Nationalhelden Jos\u00e9 Rizal zur Zeit des 19. Jahrhunderts: ein politisch aktiver Augenarzt, der in Deutschland beschlie\u00dft, Friedrich Schillers Wilhelm Tell in seine Muttersprache Tagalog zu \u00fcbersetzen. Dieses tapfere Unterfangen ist der Ausgangspunkt f\u00fcr eine kulturelle Identit\u00e4tsreise im Kontext der anti-kolonialen Bewegung auf den Philippinen.<\/p>\n<p>Anette Hug schildert in ihrem Roman den \u00dcbersetzungsprozess, bei dem Konzepte wie Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit den Skopos (Vermeer, 1989) f\u00fcr Jos\u00e9 Rizals Version von Wilhelm Tell bilden. Dabei wird bewusst, wie literarische Texte unterschiedlichen kulturellen Realit\u00e4ten, d.h. einer bestimmten Zielkultur, angepasst werden k\u00f6nnen, wenn sie vom ideologischen Standpunkt aus Gemeinsamkeiten besitzen, entsprechend ersichtlich am Widerstand gegen den Vogt Gessler und gegen den spanischen Kolonialherren. Daraus ist zu schlie\u00dfen, dass das Bestreben um Menschrechte und Gleichberechtigung kulturell transversal und in jede Sprache \u00fcbertragbar ist.<\/p>\n<p>In unserer kurzen Pr\u00e4sentation werden wir versuchen darzulegen, wie in diesem Roman die Konzepte Transkulturalit\u00e4t (Welsch, 2010) und Antikolonialismus im Zusammenhang mit Rizals \u00dcbersetzungsarbeit eine zentrale Rolle spielen, wobei Parallelen zwischen den Freiheitsk\u00e4mpfen in der Schweiz (14. Jhd.) und in Manila (19. Jhd.) gezogen werden..<\/p>\n<p><strong>Deutsche Liebeslyrik des Mittelalters verstehen \u2013 methodische Ans\u00e4tze anhand einer portugiesischen \u00dcbersetzung<\/strong><\/p>\n<p>Jos\u00e9 Carlos Teixeira<\/p>\n<p>Es ist wohl unstrittig, dass die Literatur des Mittelalters allgemein einen gro\u00dfen Einfluss auf das Denken Europas hatte. Einer der wichtigsten Teile der mittelalterlichen Literatur ist die Liebeslyrik des 12. und 13. Jahrhunderts: W\u00e4hrend es in Portugal und Spanien den sogenannten \u201aTrovadorismo\u2018 gab, hatte man in Deutschland den \u201aMinnesang\u2018. Die Verbindung zwischen beiden Traditionen ist offensichtlich und kann au\u00dferdem erkl\u00e4ren, welche Beziehungen es damals zwischen den drei L\u00e4ndern gab. Trotz der bedeutenden Rolle dieser Verbindung ist sie noch kaum erforscht. Der Grund daf\u00fcr ist wahrscheinlich mit sprachlichen Hindernissen zu erkl\u00e4ren: Um eine solche Analyse vorzunehmen, muss man sowohl die galizisch-portugiesischen Texte, als auch die auf Mittelhochdeutsch lesen k\u00f6nnen. Da ich die deutsche Liebeslyrik des Mittelalters als Mitglied der portugiesischen Akademie erforschen m\u00f6chte, repr\u00e4sentiert eine neue kommentierte Edition des \u201aMinnesangs\u2018 mit einer \u00dcbersetzung ins Portugiesische eines der wichtigsten Ziele meiner Doktorarbeit. Weil solche Erz\u00e4hlungen als Kulturph\u00e4nomene betrachtet werden, sind viele Begriffe aufgrund kultureller und linguistischer Einschr\u00e4nkungen nicht mehr \u00fcbersetzbar. Das Ziel dieses Vortrags ist deshalb, die Methode meiner Arbeit zu pr\u00e4sentieren, damit klar wird, wie man alte Texte mit schon verlorenen W\u00f6rtern \u00fcbersetzen kann: Wie treu soll man dem Text bleiben, um eine solche \u00dcbersetzung zu schaffen? Inwiefern kann man Begriffe \u00fcbersetzen, die schon in der Kultur (sowohl auf Neuhochdeutsch als auch Portugiesisch) verloren gegangen sind? Welchen methodischen Ansatz soll man in solchen F\u00e4llen benutzen? Und wie kann man in dieser deutsch-portugiesischen Konstellation mit Texten des Mittelalters umgehen? Dies sind einige der Fragen, die ich beantworten m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Tod und das Medium. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie das <em>Buch der Chroniken<\/em> in Text und Bild die Zeit erz\u00e4hlt <\/strong><\/p>\n<p>Paul Gross<\/p>\n<p>Untersucht der Mensch die Zeit, erscheint ihm zweierlei: Externes und Internes. Die Verschiebung der Sinneskonstellation oszilliert mit dem Gezeitenstrom einer inneren Stimme. Dieses Wechselspiel sorgt f\u00fcr immense definitorische Probleme, und das weniger weil beide Aspekte traditionell in dasselbe begriffliche Korsett gezw\u00e4ngt werden, sondern eher aufgrund der Tatsache, dass kaum eine Darstellung die Zeit \u00fcberhaupt vom Raum zu trennen vermag. Die menschliche Wahrnehmung ist eine raumzeitliche. Und um die vierte Dimension zu erkl\u00e4ren, stehen ausschlie\u00dflich dreidimensionale Mittel zur Verf\u00fcgung. Meine Forschungsarbeit widmet sich dem <em>Buch der Chroniken<\/em> von 1493 und sondiert damit einen besonders vielschichtigen medialen Raum aus Text und Bild. Im ersten Teil der Arbeit werden ihm die Elemente sp\u00e4tmittelalterlicher Zeitkomposition abgewonnen. Der zweite Teil verwendet sie zur ausf\u00fchrlichen erz\u00e4hlwissenschaftlichen Analyse der Todesdarstellung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mutterfiguren der deutschen Literatur des Mittelalters<\/strong><\/p>\n<p>Mafalda Sofia Gomes<\/p>\n<p>In der deutschen Literatur des Mittelalters spielen die M\u00fctter scheinbar eine unwesentliche Rolle. Nichtsdestotrotz sind Figuren, die einen Mutter-Status inne haben,<\/p>\n<p>h\u00e4ufig zu finden (Ute und Kriemhild in Das <em>Nibelungenlied<\/em>, Herzeloyde im <em>Parzival<\/em>, die K\u00f6nigin im <em>Eneasroman<\/em>, die K\u00f6nigin Isolde im <em>Tristan<\/em>, usw.). In meinem Promotionsprojekt wird versucht, die Besonderheiten ihrer Figuration zu untersuchen und die Funktionen, die sie in verschiedenen Werken des XII. und XIII. Jahrhunderts besitzen, kritisch zu hinterfragen. Daf\u00fcr werden wir uns der historischen Narratologie als Methode bedienen, mit der sich die kulturellen Voraussetzungen, die so bedeutend f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der mittelalterlichen Texte sind, erforschen lassen. Da Mutterschaft als Bereich der Analyse ein kulturabh\u00e4ngiges Ph\u00e4nomen ist, ist es besonders fruchtbar, den historischen Aspekt zu beachten. In diesem Zusammenhang werde ich mich auf das Beispiel des Herzeloyde aus dem <em>Parzival<\/em> von Wolfram von Eschenbach konzentrieren.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>14.00 Literatur \/ \u00dcbersetzung Kann man Freiheit \u00fcbersetzen? \u00dcbersetzung als Form der anti-kolonialen Identit\u00e4tsfindung in Anette Hugs Wilhelm Tell in Manila (2016) Adriana Costa Der Roman Wilhelm Tell in Manila (2016) von Anette Hug f\u00fchrt uns in die Welt des philippinischen Nationalhelden Jos\u00e9 Rizal zur Zeit des 19. 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